Pilotprojekt in Luzern: Durchgang über die Kapellbrücke wird für Ausländer und Zürcher kostenpflichtig – CHF 7.20 für ein unvergessliches Erlebnis

Luzern – Die Stadt Luzern hat genug von Selfiesticks, überfüllten Brücken und übermässigem Zürcher Akzent. Als innovative Massnahme gegen den anhaltenden Overtourism führt die Stadt ab dem 01.01.2025 eine historische Premiere ein: Der Durchgang über die berühmte Kapellbrücke wird für Ausländer und – besonders hervorzuheben – Zürcher kostenpflichtig.

Ab sofort dürfen diese beiden hochgeschätzten Gäste den imposanten Holzsteg nur noch gegen einen bescheidenen Beitrag von CHF 7.20 betreten. Luzerns Stadtpräsidentin, die extra für die Eröffnung der Schranke in der Nacht noch eilig den Schweizer Pass beantragt hat, erklärt: „Es war höchste Zeit, dass wir Luzerner unser wichtigstes Kulturgut vor dem totalen Brücken-Kollaps bewahren. Wir lieben Gäste aus aller Welt – und aus Zürich – aber ein bisschen mehr Respekt für unser Holz und unsere Gemütlichkeit ist angebracht.“

Die Schranke: Ein Symbol der Freundschaft?

Das Herzstück des neuen Projekts ist die eigens installierte, rund zwei Meter hohe Schranke mit goldenen Verzierungen, welche den Eindruck erweckt, als wäre sie direkt aus dem 17. Jahrhundert importiert. Sie öffnet sich mit einem freundlichen Piepton, der – so hoffen die Verantwortlichen – an die Glocke einer Schweizer Kuh erinnern soll. Alternativ kann man den Sound auch mit einem fröhlichen «Willkommen in Luzern! Zahlen Sie bitte» personalisieren lassen. Die Stadt rechnet mit stündlich 360 neugierigen Touristen, die bereit sind, sich dieses kostspielige Vergnügen zu leisten.

Doch nicht alle sind überzeugt. Nationalrat David Roth, sonst ein Verfechter kreativer Lösungen, zeigte sich skeptisch: „Ich finde es grossartig, dass wir hier ein Zeichen gegen den Overtourism setzen. Aber ich mache mir ernsthafte Sorgen um die Lautstärke der Schranke. Die könnte die Fische im Vierwaldstättersee aufschrecken.“ Roth plant, eine parlamentarische Anfrage bezüglich der Dezibelhöhe zu stellen.

Ausnahmen und Premium-Optionen

Um der Massnahme jedoch einen Hauch von Gnade zu verleihen, dürfen Luzerner weiterhin kostenlos über die Kapellbrücke schlendern – solange sie mindestens drei verschiedene Dialekte korrekt unterscheiden können und einen gültigen Beweis ihrer Luzerner Herkunft vorlegen. „Wir wollen ja nicht den eigenen Leuten den Spass verderben,“ so ein Sprecher der Stadtverwaltung.

Für Zürcher und Ausländer, denen die Standardversion der Brücke nicht genügt, bietet die Stadt ab sofort auch eine Premium-Option an. Gegen einen Obolus von CHF 19.95 erhalten sie eine „Express-Durchgangs-Erlaubnis“ mit Zugang zu einem exklusiven Selfie-Spot in der Mitte der Brücke. Dazu gibt es ein Gutscheinheft mit Rabatten auf Brücken-Souvenirs (inklusive Mini-Schreinen der Schranke).

Eine Schranke (eigentlich zwei) – Symbolbild

Die Reaktionen: Jubel, Entsetzen und stille Verzweiflung

Die Einführung der Schranke hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Während einige Touristen sich begeistert zeigen – „Endlich weiss man, dass man was Exklusives erlebt!“, sagte ein amerikanischer Tourist, der 15 Minuten in der Schlange stand, um dann festzustellen, dass er nicht genügend Schweizer Münzen hatte – reagieren Zürcher eher verschnupft. „Das ist Diskriminierung!“, schimpft ein Mann in Designerjacke und mit perfekt gestyltem Bart. „Wir bringen doch den Charme in die Stadt!“ Es wird gemunkelt, dass Zürich bald eine Gegenschranke am Bellevue installieren will, um Luzerner aus ihren Luxusboutiquen fernzuhalten.

Die Zukunft: Schranken überall?

Luzern plant schon jetzt weitere Massnahmen zur Bekämpfung des Overtourism. So sollen auch andere Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie die Hofkirche und das Löwendenkmal, bald mit ähnlichen Schranken ausgestattet werden. Um den Kulturgenuss voll auszuschöpfen, können Besucher in Zukunft dann auch mit einem praktischen «Schranken-Pass» (CHF 99.– pro Tag) von Attraktion zu Attraktion pilgern.

Fazit

Die Kapellbrücke, einst ein friedlicher Ort der Begegnung, hat sich mit der Einführung der Schranke endgültig als Vorreiter für eine neue Art des Tourismus positioniert. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Pilotprojekt entwickelt – und ob es dem gemeinen Zürcher tatsächlich den Weg nach Luzern versperren kann. Bis dahin heisst es: Schranke auf für die Zukunft – und CHF 7.20 in die Kasse!

Jetzt für den Rütli-Radar-Newsletter anmelden und von regelmässigen brandheissen News in der E-Mail-Inbox profitieren! Wir spammen nicht, versprochen! (Zu gewinnen gibt es aber auch nichts.)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

×