In einer Welt, in der sich Reality-Stars und Ex-Profiboxer gegenseitig auf die Nase geben, mischt jetzt auch die Schweiz mit – allerdings auf ihre ganz eigene Art. Der wohl bekannteste Häftling des Landes, Brian ‘Carlos’ Keller, hat via TikTok nichts weniger als ein Duell mit Bundesrat Albert Rösti gefordert. Der Kampf, so Carlos in seinem Video, solle „den Zustand der Schweiz symbolisieren“. Was genau das heisst, bleibt offen – aber die Resonanz im Netz ist gigantisch.
„Rösti ist immer am Reden, ich bin immer am Sitzen – Zeit, dass wir uns mal auf Augenhöhe begegnen“, erklärt Carlos in seinem TikTok, aufgenommen aus seiner Wohnung (momentan sitzt er nicht). Die Herausforderung kommt nicht zufällig: Der kürzliche Boxkampf zwischen Mike Tyson und Jake Paul hat Carlos offenbar inspiriert. „Wenn die Amis das können, warum nicht auch wir? Vielleicht bringt Rösti sogar ein bisschen Farbe in diesen langweiligen Laden hier“, stichelte er weiter.
Schweigen in Bern
Während TikTok überschwappt vor Kommentaren – die Hälfte feiert Carlos als „Schweizer Jake Paul“, die andere Hälfte nennt die Aktion „peinlicher Knast-Humor“ – herrscht im Bundeshaus bisher Funkstille. Ob Albert Rösti den Ball (oder besser gesagt die Boxhandschuhe) aufnimmt, bleibt unklar. In Bern munkelt man allerdings, dass ein gewisser Energieminister angeblich bereits ein Trainingslager in einem Berner Gym besucht habe.
„Albert nimmt die Sache sportlich“, meint ein anonymer Insider. „Wörtlich.“ Doch ob er sich auf einen Fight einlässt, ist fraglich. Rösti, so heisst es, sehe sich zwar gerne als volksnah – aber mit Fäusten statt Argumenten zu kämpfen, sei dann doch ein anderer Schnupf.
Netzphänomen statt Box-Event?
Trotz aller Unsicherheiten hat die Herausforderung längst ein Eigenleben entwickelt. Unter dem Hashtag #CarlosVsRösti wimmelt es nur so von Memes, Kommentaren und sogar ersten Merch-Ideen. Ein besonders beliebtes Motiv: Carlos in roten Boxhandschuhen und Rösti mit einer Bratpfanne als Schild.
Doch die Aktion wirft auch Fragen auf: Sollte ein Häftling überhaupt die Bühne für solche Eskapaden bekommen? „Carlos will provozieren, aber das ist nichts Neues“, meint eine Strafrechtsexpertin. „Die grössere Frage ist, ob ein Bundesrat tatsächlich darauf reagieren sollte.“
Für Carlos ist derweil klar: „Wenn Rösti absagt, heisst das nur, dass er Angst hat. Dann bleib ich eben der ungeschlagene Champion der Schweiz.“
Das letzte Wort ist hier wohl noch nicht gesprochen. Oder geschlagen.
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