Nachdem in Wassen (UR), zwei Personen gegen Ihren Willen in den Gemeinderat gewählt wurden, wurde heute bekannt, dass ein bis dato völlig unbekannter Mann aus dem Kanton Zürich, nennen wir ihn Tobias Frei, vor kurzem unfreiwilliger Vorsitzender der umstrittenen Freiheitsbewegung „Mass-Voll!“ geworden ist. Frei, der laut eigenen Angaben „einfach nur seine Ruhe wollte“, fand sich plötzlich inmitten von Telegram-Chats, Verschwörungstheorien und hitzigen Diskussionen über die angebliche Weltherrschaft der WHO wieder.
Die absurde Karriere Freis begann, als sich herausstellte, dass es schlichtweg niemanden gab, der den Vorsitz der Bewegung übernehmen wollte. Der bisherige Vorsitzende hatte das Handtuch geworfen, nachdem seine Rede über „Impfschikanen“ von genau drei Zuhörern beklatscht wurde – zwei davon waren zufällig in der Bar und wollten eigentlich nur ein Bier.
Um das Machtvakuum zu füllen, beschloss die Bewegung kurzerhand, den demokratischen Weg zu gehen – mit einem entscheidenden Twist: Alle Personen, die nicht „Nein“ sagen konnten, waren automatisch Kandidaten. Tobias Frei, der an diesem Tag nichtsahnend in einem Zürcher Tram sass, hatte schlichtweg Pech. „Ich habe aus Versehen in die Richtung der Wahlurne geniest. Plötzlich wurde ich zum Vorsitzenden ernannt“, berichtet er.
Seitdem kämpft Frei mit seiner neuen Rolle. „Ich weiss nicht mal, was Mass-Voll! überhaupt will. Sind wir jetzt für oder gegen Masken, Impfungen oder den ÖV?“, fragt der 38-Jährige verzweifelt. Statt Antworten bekommt er täglich handgeschriebene Briefe von Anhängern mit Forderungen wie „Freie Liebe für alle!“, „Abschaffung der Mehrwertsteuer!“ oder „Gründung einer neuen Eidgenossenschaft auf dem Mond!“.
Seine Versuche, den Vorsitz abzugeben, scheiterten bislang kläglich. „Ich habe meine Katze zur Nachfolge vorgeschlagen, aber die Leute fanden, sie sei zu charismatisch.“ Ein anderer Versuch, die Bewegung aufzulösen, wurde prompt als Sabotage durch die „Pharma-Lobby“ interpretiert.
Nun bleibt Frei nichts anderes übrig, als sich seiner Aufgabe zu stellen. „Ich habe eine Strategie entwickelt: Ich werde einfach so langweilig wie möglich sein, bis sie mich loswerden wollen.“ Sein erster Schritt? Eine 12-stündige PowerPoint-Präsentation über die Geschichte der Bürokratie in der Schweiz. „Wenn das nicht hilft, weiss ich auch nicht weiter“, sagt er mit resigniertem Lächeln.
Bis dahin bleibt Tobias Frei der unfreiwillige Kapitän eines sinkenden Schiffes. Oder wie es ein Mitglied von Mass-Voll! ausdrückte: „Er ist genau der Führer, den wir nicht wollten – und das macht ihn perfekt für uns.“
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