Kommission schlägt „Euro-Harmonie-Henne“ vor – Ein interkulturelles Frühlingswesen soll für mehr Zusammenhalt sorgen
Brüssel – Die Europäische Kommission arbeitet an einer Reform der österlichen Symbolpolitik. Wie aus einem aktuellen Strategiepapier der Generaldirektion für Gesellschaftlichen Zusammenhalt (GD-GZ) hervorgeht, prüft die Kommission die Einführung einer neuen europaweit einsetzbaren Frühlingsfigur. Ziel sei es, „säkulare und kultursensible Ausdrucksformen des saisonalen Brauchtums“ zu stärken. Konkret schlägt das Papier die sogenannte Euro-Harmonie-Henne vor – ein genderinklusives, nicht-konfessionelles Fantasiewesen mit pädagogischem Auftrag.
„Die Euro-Harmonie-Henne ist ein symbolpolitisches Leuchttier, das den interkulturellen Zusammenhalt innerhalb der Mitgliedstaaten fördern soll“, heißt es in der Einleitung des Berichts. Entwickelt wurde die Figur von einem multidisziplinären Gremium aus Kulturwissenschaftler:innen, Tierethik-Expert:innen sowie Kommunikationsdesigner:innen aus insgesamt 14 EU-Staaten.
Anstelle traditioneller Ostereier legt die Euro-Harmonie-Henne kleine Informationsfaltblätter, in denen in 27 Sprachen – plus Esperanto – zentrale Werte der Europäischen Union erklärt werden: darunter Diversität, Rechtsstaatlichkeit, CO2-Neutralität und „emotional barrierefreie Feiertagsgestaltung“. In besonders sprachdiversen Regionen kann das Material auch als Podcast oder Hologramm bereitgestellt werden.
Für Kommissionsmitglied Sylvie Martens (parteilos, Belgien), die das Projekt massgeblich mitgestaltet hat, ist die Initiative ein „wichtiges Signal gegen kulturelle Exklusion im öffentlichen Raum“. Gerade mit Blick auf Kinder mit muslimischem, jüdischem, atheistischem oder „unspezifischem“ Hintergrund sei ein „symbolisches Update überfällig“. Die Euro-Harmonie-Henne eigne sich hier als „sanfter Brückenbauer zwischen Tradition und Teilhabe“.
Konservative Abgeordnete übten hingegen Kritik. Der ungarische Europaabgeordnete Marton Kovacs (Fidesz) bezeichnete die Vorschläge als „bürokratisches Federvieh aus der kulturmarxistischen Mottenkiste“. Die Kommission wies diese Vorwürfe zurück: „Niemand möchte den Osterhasen abschaffen – aber er muss sich europäisch weiterentwickeln dürfen.“
In der Bevölkerung stoßen die Pläne auf gemischte Reaktionen.
„Ich finde das ehrlich gesagt eine wunderbare Idee“, sagt Lejla Hamidi, Erzieherin aus Marseille. „Meine Kinder haben mit Osterbräuchen bisher wenig anfangen können. Wenn das Ganze jetzt mit mehr Rücksicht gestaltet wird, ist das ein Gewinn für alle.“
Ganz anders sieht das Jan Teschner, Metzgermeister aus Sachsen-Anhalt: „Ich brauch keine mehrsprachige Superhenne mit EU-Flyern. Lasst den Hasen in Ruhe und gut ist.“
Aktuell läuft eine öffentliche Konsultation zu dem Vorschlag. Erste Testeinsätze der Henne sollen im Frühjahr 2026 in Pilotregionen in Katalonien, Nordfrankreich und Mecklenburg-Vorpommern erfolgen. Parallel wird eine Machbarkeitsstudie für einen religionsneutralen Adventskalender vorbereitet. Arbeitstitel: „Werte-Wandkalender mit Türöffnungskompetenz“.
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