V-Zug setzt auf Abo-Spülprogramme (kein Scherz): Was kommt als nächstes?

Gemäss übereinstimmenden Medienberichten (watson.ch, 20min.ch) (nein, kein Scherz) bietet V-Zug bei neueren Modellen ihrer Haushaltsgeräte (Spülmaschinen, Tumbler, Waschmaschinen) gewisse Sonderprogramme nur noch gegen Bezahlung einer Abo-Gebühr an. RÜTLI-RADAR.CH leistet seinen Beitrag für die Schweizer Bevölkerung und hat nachgefragt.

Energie Wasser Bern (EWB)

Auch die Energieversorger der grossen Städte (so beispielsweise EWB) wollen mitmachen und haben ihre eigene geniale Geschäftsidee entwickelt: lauwarmes Wasser nur im Abo! Das „Abo L“ bietet angenehm lauwarmes Wasser für nur 15 CHF im Monat. Wer es heiss möchte, etwa für die Dusche oder den abendlichen Tee, darf ins „Abo XL“ wechseln – ein Schnäppchen für 25 CHF pro Monat. „Warum sollten Menschen einfach so heisses Wasser geniessen dürfen?“, fragt ein Sprecher von EWB. „Schliesslich ist das ein Luxus, und Luxus kostet eben.“

Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ)

Aber es hört nicht beim Wasser auf. Die EKZ hat ebenfalls zugeschlagen: Künftig dürfen Kunden im Basisstrom-Abo nur Strom zwischen 3 und 5 Uhr morgens verbrauchen. „Das spart Energie und fördert kreatives Nachtleben,“ so ein Sprecher. Für die mutigen unter uns gibt es das „Goldstrom-Abo“, bei dem Strom tagsüber genutzt werden darf – allerdings wird der Kühlschrank bei jedem Öffnen für 0.99 CHF extra wieder eingeschaltet. Wer sein Smartphone tagsüber laden will? Das „Schnelllade-Abo“ für 9.99 CHF im Monat macht es möglich – ansonsten dauert das Laden halt 8 Stunden. Nachhaltigkeit fängt schliesslich im Alltag an.

Industrielle Werke Basel (IWB)

Selbst die Luft zum Atmen wird bald exklusiv. Im „FreshAir“-Abo gibt es von der IWB schon bald die Möglichkeit, für 19.99 CHF im Monat die Möglichkeit, an ausgewählten „Frischluft-Tagen“ vor die Tür zu treten und tief durchzuatmen. Der „Basic“-Plan erlaubt hingegen das Atmen von Stadtluft, die an dieselbelasteten Verkehrsknotenpunkten gezapft wurde. Für nur 5 CHF mehr gibt es die „Hochgebirgs-Erlebnis-Luft“, garantiert aus den Alpen. Für Allergiker bietet der „Pollenfrei-Breathe-Special“ den wahren Luxus: Luft, die einmal durch einen stylischen Filter in Form eines Edelweisses geatmet wurde.

Schweizerische Bundesbahnen (SBB)

Doch auch der Transportsektor will nicht zurückstehen. Die SBB prüft derzeit, ob Sitze künftig nur im Abo verfügbar sein sollen. „Wer zuerst kommt, sitzt zuerst“, war gestern. Das „Komfortsitzen-Plus-Abo“ garantiert nicht nur einen Sitzplatz, sondern auch eine Rückenlehne, die sich tatsächlich bewegen lässt, sowie ein Fensterplatz, aus dem man nicht nur dunkle Tunnel sieht. Für nur 29 CHF pro Monat. Wer die Economy-Version wählt, bekommt einen Platz neben der WC-Tür – aber nur, wenn sie nicht klemmt.

Kehrichtsammlung Stadt Zug (ZEBA)

Und zu guter Letzt springt auch die Stadt Zug (no pun intended) auf den Zug auf: Die Müllabfuhr führt das „TrashDeluxe“-Abo ein. Für 12 CHF im Monat wird der Müll nicht nur abgeholt, sondern die Tonne auch regelmässig mit Duftkerzen und Bio-Hanf-Säcken ausgekleidet. Die „Platin-Version“ beinhaltet sogar einen Roboter, der den Müll freundlich verabschiedet, bevor er ihn in den Laster wirft. Für alle Sparfüchse gibt es weiterhin den „Classic-Müllservice“, bei dem man selbst auf dem Müllwagen mitfahren muss darf – als Zusatzfeature ein Erlebnis für die ganze Familie.

Die Botschaft ist klar: Egal ob Wäsche, Wasser, Luft oder Müll – die Zukunft gehört dem Abo! Wer sich das Leben einfach machen will, muss eben zahlen. Oder lernen, im kalten Wasser zu duschen und den Staubsauger manuell mit einem Pedal zu betreiben. Schliesslich war Bequemlichkeit noch nie so erschwinglich!

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