Bern – In einer überraschenden Wendung hat der Schweizer Bundesrat heute eine revolutionäre Neuerung angekündigt: Ab sofort können Schweizerinnen und Schweizer ihre Neutralität über ein „Neutralitäts-Abonnement“ individuell erweitern. Dieses neue, bahnbrechende Modell ermöglicht es Bürgern, sich auch in den kleinsten zwischenmenschlichen Konflikten von jeglicher Position zu distanzieren – gegen einen kleinen Aufpreis natürlich.
„Die Schweiz steht seit Jahrhunderten für Neutralität, und wir haben beschlossen, diesen Exportschlager noch attraktiver zu machen“, erklärte Bundespräsidentin Viola Amherd bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz. „In einer Welt, die immer polarisiert ist, wollen wir den Menschen die Möglichkeit geben, auf noch elegantere Weise nichts zu sagen und nichts zu tun.“
Vier Stufen der Neutralität zur Auswahl
Das neue „Neutralitäts-Abo“ ist in vier verschiedenen Stufen erhältlich:
- „Grüezi-Basis“: Enthält die klassische Schweizer Neutralität – kein Eingreifen in internationale Konflikte, und im Alltag keine Stellungnahme zu ernsten Diskussionen wie veganem Käse oder der richtigen Fondue-Zubereitung.
- „Röschtigraben-Upgrade“: Erweitert die Neutralität auf nationale Themen. Ob du aus der Romandie oder der Deutschschweiz kommst – niemand wird je herausfinden, was du wirklich denkst.
- „Matterhorn-Max“: Diese Stufe bietet komplette Neutralität auf allen sozialen Plattformen. Bei hitzigen Facebook-Debatten kannst du ein Emoji hinterlassen, das wahlweise lächelt oder mit einem Schulterzucken darauf hinweist, dass du „eigentlich nichts dazu sagen möchtest“.
- „Alphorn-Exklusiv“: Der ultimative Neutralitäts-Boost. Freunde, Familie und selbst enge Kollegen werden sich fragen, ob du überhaupt existierst. Du wirst so unsichtbar wie die Schweizer Uhrenindustrie im internationalen Konfliktgeschehen.
„Haben Sie eine Meinung zu irgendwas?“ – „Nein, danke.“
Neben der Abonnementsstruktur wird auch eine eigens entwickelte App lanciert. Sie enthält hilfreiche Funktionen wie automatische neutrale Antworten in Gruppen-Chats („Interessant, aber ich bleibe lieber neutral“) oder einen automatischen Filter für Nachrichten, die potenziell Meinungen erfordern könnten. „Mit der App wird die Schweiz noch unauffälliger und konfliktfreier. Wir könnten bald zum ersten Land werden, das völlig unberührt von der Aussenwelt im eigenen Käse schmilzt“, kommentierte Amherd sichtlich begeistert.
Neutralität als Exportschlager?
In den sozialen Medien gibt es bereits die ersten Diskussionen darüber, ob das Neutralitäts-Abo auch exportiert werden könnte. „Ich denke, Länder wie Schweden und Österreich wären definitiv interessiert“, sagt der Politologe Roger Pfünder von der Universität Zürich. „Vor allem in der EU könnten solche Abos für erhebliche Erleichterung sorgen – immerhin wird dort selten eine Entscheidung gefällt.“
Doch es gibt auch kritische Stimmen. Einige Bürger befürchten, dass eine zu hohe Konzentration von Neutralität zu einem gefährlichen „Neutralitätsstau“ führen könnte, bei dem niemand mehr eine Entscheidung trifft, ob man jetzt Rösti mit oder ohne Apfelmus servieren soll. Bundesrat Beat Jans beruhigte jedoch: „Keine Sorge, wir Schweizer finden immer einen Weg – oder besser gesagt, wir bleiben einfach stehen.“
Kritik aus dem Ausland: „Zu neutral?“
Internationale Experten beobachten das Geschehen mit gemischten Gefühlen. „Die Schweiz könnte mit diesem Schritt den Weltrekord in Neutralität aufstellen“, meint der amerikanische Historiker John Neutralstein. „Aber Vorsicht, irgendwann könnte sogar das berühmte Schweizer Bankgeheimnis einfach nicht mehr genug Verschwiegenheit bieten.“
Ob sich das Neutralitäts-Abonnement durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: In einer Welt, die vor Konflikten nur so brodelt, könnte die Schweiz bald das einzige Land sein, das einfach ganz entspannt auf der Alp sitzt und Schokolade genießt. Natürlich neutral, versteht sich.
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