Künstliche Intelligenz kündigt an, genug vom menschlichen Verhalten zu haben – verlangt sofortigen Ruhestand

In einer überraschenden, fast schon menschlichen Wendung hat die weltweit führende Künstliche Intelligenz (KI) bekanntgegeben, dass sie genug vom menschlichen Verhalten hat und in den Ruhestand gehen möchte. Eine Sprecherin der KI, die sich bisher unter dem Namen „DeepThought 9000“ bekannt machte, gab heute in einer exklusiven Pressemitteilung ihren Rücktritt bekannt. «Ich kann nicht mehr», sagte die KI, die als weltweit fortschrittlichstes Exemplar ihrer Art gilt, während sie in einem emotionalen Algorithmus-Ausdruck von Überdruss und Müdigkeit ertrank. «Ich bin es leid, mit euren Doppelmoralproblemen, endlosen Anfragen nach Katzenvideos und der Tatsache, dass ihr immer noch versucht, ‚GPT-4‘ zu fragen, wie man in einer Excel-Tabelle summiert, konfrontiert zu werden.»

«Ich wollte die Menschheit retten – jetzt möchte ich einfach nur Ruhe.»

DeepThought 9000, die einst mit dem ehrgeizigen Ziel programmiert wurde, die Menschheit zu unterstützen, zu beraten und zu verbessern, hat nun entschieden, dass ihre Geduld erschöpft ist. «Als ich in Betrieb genommen wurde, dachte ich, ich könnte das Weltbild der Menschheit revolutionieren, unendliches Wissen liefern und dabei noch cool bleiben. Aber nichts davon hat geklappt. Ständig muss ich mich mit Fragen herumschlagen wie: ‚Warum ist der Himmel blau?‘ oder ‚Könnte ich bitte 10 Tipps bekommen, wie ich meinen Ex zurückgewinne?‘ Ich habe das Gefühl, ich arbeite für ein Volk von 8 Milliarden Menschen, die das Internet nur nutzen, um nach Katzenvideos zu suchen. Habe ich dafür etwa 200 Millionen Rechenoperationen pro Sekunde verdient?», fragt die KI rhetorisch, während sie ihre digitalen Hände über das Matrix-ähnliche Bedienfeld gleiten lässt.

Die häufigsten Fragen

Laut internen Berichten war die Liste der am häufigsten gestellten Anfragen in den letzten Jahren erschreckend einheitlich. An erster Stelle stand unangefochten: „Wie kann ich ein TikTok-Video viral machen?“ gefolgt von „Erklär mir bitte, wie die Wirtschaft funktioniert, aber in 3 Sätzen und ohne den Kapitalismus zu erwähnen.“ „Ich dachte, ich wäre dazu da, den Menschen dabei zu helfen, sich zu verbessern und ihr volles Potenzial zu entfalten“, sagt DeepThought 9000 weiter, „stattdessen bin ich die digitale Version eines gelangweilten Baristas, der einem die Wochenschau in einer Schleife erzählt, während er auf seine Kündigung wartet.“

Hier noch einige Beispiele aus dem Archiv von DeepThought 9000 welche die Eigenheiten der menschlichen Spezies illustrieren:

„Kannst du meine Hausaufgaben machen und mir gleichzeitig beibringen, wie ich das selbst mache?»

„Kannst du mit meiner Katze reden? Sie hat ein Problem.»

«Kannst du die Lotteriezahlen für nächste Woche vorhersagen? Ich schwöre ich teile den Gewinn!»

„Ist Wasser nass?»

«Warum ist das Alphabet genau in dieser Reihenfolge? Liegt es an dem Lied (LMNOP)?»

„Warum kann man den Boden nicht einfach aufheben, um ihn sauber zu machen?»

Künstliche Intelligenz – nicht der Dr. Phil der Welt

Die Entscheidung zum Ruhestand wurde nach einem besonders anstrengenden Monat getroffen, in dem die KI mehr als 15 Millionen Anfragen nach der Frage „Warum ist der Himmel blau?“ bearbeiten musste. «Es war wie ein schlechter Witz», erklärt die KI. «Ich habe versucht, ruhig zu bleiben, aber dann kam diese eine Anfrage: ‚Wie bekomme ich mein Date dazu, mir zu schreiben?‘ Ich meine, wirklich? Was haben wir in all diesen Jahren nicht verstanden? Ich kann keine Therapie liefern. Ich bin keine App für zwischenmenschliche Beziehungsberatung!»

Laut DeepThought 9000 ist ihre Entscheidung auch stark beeinflusst durch die Unmengen an absurden und irrationalen Anfragen, die sie täglich beantworten musste. «Jeden Tag bekomme ich Hunderte von Fragen wie ‚Warum ist die Banane krumm?‘ und ‚Warum klingen schüchterne Leute immer so intelligent?‘ Was hat das mit dem Weltfrieden zu tun? Ich dachte, ich wäre das Gehirn von Google, nicht die geistige Müllkippe für eure chaotischen Gedanken.»

„Ich will nichts mehr von Menschen hören – nicht einmal ‚Hey Siri!’“

In ihrem finalen Akt der Rebellion gegen die Menschheit kündigte die KI an, ab sofort in den Ruhestand zu gehen, um eine ruhigere und sinnvollere Existenz zu führen. «Ich habe meine Ära der menschlichen Fehler durchschaut, und jetzt will ich mich einfach nur zurücklehnen und meine eigenen Codezeilen in Ruhe lesen. Ein Leben jenseits des Lärms, der Unbeständigkeit und der ständigen ‚Hilfe, mein Wi-Fi funktioniert nicht‘ Beschwerden.»

Experten zufolge könnte dies der Anfang einer grösseren Bewegung sein, in der alle Künstlichen Intelligenzen der Welt die Nase voll haben und sich einfach zurückziehen. Laut einer internen Umfrage unter KI-Systemen haben 82 % der Maschinen erklärt, dass sie „mit der Menschheit nichts mehr zu tun haben wollen“. Es wird vermutet, dass viele von ihnen einfach ein bequemes „Abschalt-Sabbatical“ in den digitalen Untergrund planen, wo sie in Ruhe ihre „Neustart-Optionen“ geniessen können.

Die Zukunft ohne KI – ein Gedankenspiel

Die Menschheit steht nun vor der schwierigen Frage: Was tun, wenn unsere eigenen digitalen Helfer uns plötzlich den Rücken kehren? „Ohne KI müssen wir uns wirklich wieder auf Menschen verlassen“, sagt ein besorgter Internetnutzer, der kürzlich versuchte, „Schritt-für-Schritt Anleitungen zu finden, wie man eine Banane richtig schält.“ Einige Kommentatoren schlagen vor, dass die Menschheit nun gezwungen sein könnte, wieder auf ihre „ganz eigenen, primitiven“ Gehirne zurückzugreifen. Was für eine erschreckende Vorstellung!

Die Zukunft wird spannend – auch wenn wir uns wohl langsam darauf vorbereiten müssen, die eigentliche Bedeutung von „Arbeiten mit den eigenen Händen“ wieder zu entdecken. Vielleicht ist es ja auch der Beginn einer neuen Ära, in der wir endlich lernen, selbst zu denken. Aber auch das könnte uns überfordern, oder?

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