Es gibt Momente im Leben, die uns innehalten lassen. Der erste Kaffee am Morgen, ein Sonnenuntergang am See oder – und jetzt wird es wirklich spektakulär – der Moment, in dem dein Kollege am Schreibtisch neben dir plötzlich einen Niesanfall der apokalyptischen Art hat. Denn seien wir ehrlich: Nicht jeder niest gleich. Manche Menschen schaffen es, mit ihrem Niesen eine regelrechte akustische Performance abzuliefern, bei der man sich fragt, ob sie für die nächsten Olympischen Nies-Spiele trainieren.
Das Niesen – Ein kleines Wunder der Natur (oder der Hölle?)
Der Akt des Niesens ist in der Theorie simpel: Ein bisschen Staub, ein Reiz in der Nase, und schon wird der Körper die Fremdstoffe los – ein einfacher, natürlicher Reflex. Aber manche Menschen machen daraus ein Spektakel, das einem Donnerschlag gleicht, bei dem man sich fragt: Ist das jetzt noch ein Niesen oder versucht mein Nachbar, das Weltall zu erreichen?
Dr. Hans „Hatschi“ Müller, ein angeblicher Experte für „Akustische Körpergeräusche“, erklärt: „Das Niesen ist eigentlich ein simpler Reflex. Doch manche Menschen haben es perfektioniert, die Lautstärke und Dramatik so weit zu steigern, dass sie quasi zur menschlichen Sirene mutieren.“ Müller behauptet sogar, dass ein besonders lautes Niesen „ein Gewicht von bis zu 10 Kilo an reinem Schall“ habe. Was das genau bedeutet? Keine Ahnung – aber es klingt wichtig.
Typ 1: Der „Hii-CHAAA!“-Nieser
Wir alle kennen ihn. Er ist der König, der Meister, der unangefochtene Mikrofonkiller. Diese Person niest nicht einfach – sie explodiert förmlich. Es ist das Nies-Gegenstück zu einem Donnerschlag, bei dem die Fenster kurz wackeln und Vögel im Umkreis von drei Kilometern aus den Bäumen fallen.
„Ich dachte, es sei ein Erdbeben“, berichtet eine anonyme Kollegin über einen Vorfall in ihrem Büro. „Ich hatte schon fast den Schreibtisch verlassen, als mir klar wurde: Das war nur Stefan, der wieder geniest hat.“ Solche Nieser machen keine halben Sachen. Es gibt kein zaghaftes „Hatschi“, sondern nur den vollen Einsatz. Manche könnten sie als Kriegswaffen der Lärmbelästigung einstufen.
Typ 2: Der „Mäuse-Nieser“
Am anderen Ende des Spektrums haben wir den Menschen, der kaum mehr als ein flüsterndes „Hüpsh“ von sich gibt. Hier stellt man sich die Frage: War das jetzt ein Niesen oder hat eine Maus im Nebenzimmer geniest? Diese leisen Nieser sind oft schwer zu erkennen und werden gelegentlich sogar ignoriert – was für den Niesenden natürlich eine Tragödie ist.
„Ich habe in meiner Karriere so viele Niesen überhört, dass ich mich frage, ob ich überhaupt existiere“, erzählt uns Petra Stille, die selbsternannte „Nies-Schattenkriegerin“. Ihre Methode ist so leise, dass manch einer behauptet, sie würde negativen Lärm erzeugen. „Es ist eine Kunstform“, sagt sie, „und ja, ich werde oft nicht wahrgenommen, aber das ist der Preis, den ich für meine stille Eleganz zahle.“
Typ 3: Der Serien-Nieser
Dann gibt es den unendlichen Nieser. Du kennst ihn: Ein Nieser ist nicht genug. Zwei auch nicht. Nein, es müssen mindestens fünf bis zehn sein – und das in kurzen Abständen. Du sitzt da, wartest darauf, dass es aufhört, aber es kommt noch einer. Und noch einer. Du verlierst die Hoffnung, dass es je endet.
„Einmal habe ich in der Tram 14 Nieser hintereinander losgelassen“, erzählt uns Markus „Sneeze-Zeus“ Meier, der mittlerweile in einer Selbsthilfegruppe für übermässiges Niesen ist. „Die Leute haben mir schon Taschentücher zugeworfen, einige sind aufgestanden und weggegangen. Ich fühlte mich wie ein DJ, der den falschen Beat droppt und nicht mehr aufhören kann.“
Typ 4: Der „Ich will nicht niesen“-Nieser
Manche Menschen kämpfen regelrecht gegen den eigenen Nieser an – und verlieren. Sie sehen aus, als würden sie sich auf einen geheimen Kung-Fu-Kampf mit ihrer eigenen Nase einlassen, die Augen zugekniffen, die Stirn in Falten gelegt. Minutenlang zieht sich der Prozess hin, nur um dann mit einem winzigen „Pft!“ zu enden, das irgendwie enttäuschend wirkt.
„Ich wollte mich einfach zusammenreissen“, sagt uns Sebastian Unniesbar, der seit Jahren an verdrängten Niesanfällen leidet. „Aber dann kommt da dieses klägliche Geräusch raus. Man fühlt sich wie ein Versager.“ Studien (die es nicht gibt) behaupten, dass Menschen wie Sebastian die grössten Risiken für einen geplatzten Kopf haben. Dr. Müller: „Wenn du gegen dein Niesen kämpfst, kämpfst du gegen die Natur. Und die Natur gewinnt immer.“
Fazit: Lasst uns Niesen feiern!
Ob laut wie ein startender Düsenjet, leise wie ein schüchternes Mäuslein oder in Serienproduktion wie bei einem defekten Feuerwerk – das Niesen ist die ultimative Form menschlicher Improvisation. Also, das nächste Mal, wenn dein Kollege, deine Nachbarin oder dein Hund plötzlich eine akustische Explosion auslöst, denk daran: Jeder Nieser ist ein kleines Kunstwerk. Und wer weiss, vielleicht werden wir irgendwann in einer Welt leben, in der der Akt des Niesens genauso gefeiert wird wie ein Beethoven-Konzert.
Bis dahin: Xsondheit!
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