«Etwas mit Medien EFZ» wird offizieller Lehrberuf

Bern, 14. November 2024

Ab dem 1. Januar 2025 wird in der Schweiz endlich eine lang erwartete Lehre eingeführt: «Etwas mit Medien EFZ». Damit soll endlich all jenen Jugendlichen eine Perspektive geboten werden, die sich bislang im Dschungel unzähliger Medienpraktika, Studienabbrüche und Influencer-Träume verirrt haben. Der neue Lehrberuf soll angehende Medienleute auf das Allround-Glücksrad der Branche vorbereiten, das wild zwischen Podcast-Redakteur, TikTok-Spezialist und Content-Support für mittelmässige YouTuber rotiert.

«Etwas mit Medien EFZ» steht für eine Berufsausbildung, die alles und nichts zugleich ist. Unterrichtet wird alles, was man irgendwie «schon mal auf Insta gesehen hat», so die offizielle Lehrmittelbeschreibung. Fachleute lernen hier essenzielle Skills wie das perfekte Filter-Auswahlverfahren für Instagram, die Kunst, Interviews ohne Vorbereitung zu führen, und den Klassiker: Wie man „irgendwas Kreatives“ pitcht und danach nie wieder davon hört. Auch das Verständnis für Deadlines, die „eigentlich gestern waren“, wird geschult.

Die Inhalte der Lehre: Ein Hoch auf das Multitasking!

Ein Teil der Ausbildung beschäftigt sich mit dem wichtigen Fach „Online Recherchieren“. Dabei wird speziell auf „copy-paste ohne Erwischen“ Wert gelegt, da dies in vielen Berufsfeldern der Medienbranche als Kernkompetenz gilt. Im Fach „Früh aufstehen für Interviews“ wird mit einer Pausenregel gearbeitet, die es den Lernenden erlaubt, fünf Minuten länger liegen zu bleiben, sollte die Person im Interview selbst nicht pünktlich sein.

Besonders beliebt ist das Modul „Fake it till you make it“, wo die Auszubildenden lernen, wie man im Bewerbungsgespräch immer überzeugend sagt, dass man „mit Adobe Creative Suite arbeitet“ und dass der „Podcast fast schon im Schnitt ist“.

Lehrstellen-Suche: Am besten schon mal das Ringlicht vorbereiten

Zahlreiche Medienhäuser haben ihre Freude an der neuen Lehre bekundet. „Endlich finden wir Lehrlinge, die all die Sachen beherrschen, die wir sowieso nie brauchen,“ sagt ein Insider aus einer grossen Zürcher Verlagsgruppe. Für die praktischen Prüfungen wird das „Bearbeiten von Aufträgen im Liegen“ favorisiert, während die „Zuverlässige Lieferung beim dritten Nachfragen“ sich grosser Beliebtheit erfreut.

Natürlich gibt es auch kritische Stimmen. Einige finden, dass der Lehrberuf etwas zu praxisnah ist und fürchten, dass Nachwuchstalente bereits vor Ende ihrer Ausbildung das Medien-Karriere-Mysterium durchschauen könnten. Andere wiederum hoffen, dass es bald auch Aufstiegsweiterbildungen zum „Experte für irgendwas mit Medien HF“ und gar einen Masterstudiengang „irgendwas mit Medien und Social Impact“ geben wird.

Fazit: Der Traum von einer Karriere irgendwo auf der Titelseite

Ob „Etwas mit Medien EFZ“ der Durchbruch für alle kreativen Seelen oder die endgültige Kapitulation vor dem klassischen Karriereweg ist, bleibt abzuwarten. Eins steht fest: Mit dieser Lehre wird die Medienbranche wohl so bunt und chaotisch bleiben, wie sie immer schon war.

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