Luzern – Wie heute bekannt wurde, hat die Stadt Luzern zusammen mit den Verkehrsbetrieben Luzern (vbl) angekündigt, im Rahmen einer Awareness-Kampagne sämtliche Busse in der Stadt nach historischen und zeitgenössischen Katastrophen zu benennen. Ziel sei es, die Bevölkerung auf die Zerbrechlichkeit des Lebens aufmerksam zu machen.
Der Auftakt der Kampagne ist fulminant: Bereits sind die ersten frisch beschrifteten Busse in der Stadt unterwegs. Linie 19 Richtung ‚Friedental‘ (die Linie fährt am Altersheim und Kantonsspital vorbei und endet schliesslich beim Friedhof Friedental) trägt stolz den Namen ‚Covid-19‚, während Linie 14 Richtung Horw ab sofort als ‚Costa Concordia‚ unterwegs ist. Besonders viel Aufmerksamkeit erregt der Bus der Linie 6 Richtung ‚Büttenhalde‘ mit dem neuen Schriftzug ‚9/11‚ – eine mutige Wahl, die für hitzige Diskussionen sorgt.
Stadtpräsident Beat Züsli verteidigt die Aktion: „Diese Kampagne soll die Menschen wachrütteln und dazu anregen, ihre täglichen Probleme in einem grösseren Kontext zu betrachten. Wenn Sie im Bus Nr. 7 ‚Pest‘ stehen sehen, wirken die 3 Minuten Verspätung plötzlich viel bedeutungsloser.“
Doch nicht alle Luzerner*innen sind begeistert. Ein Pendler beklagt sich: „Wie soll ich bitte ernsthaft überleben, wenn mir jeden Morgen ‚Donald Trump‘ entgegenrollt? Ich habe genug Albträume.“ Ein anderer Fahrgast betont jedoch, dass er sich für Linie 8 ‚Untergang des Römischen Reiches‚ wünscht: „Ich denke jeden Tag an das Römische Reich, das würde mich freuen.“
Die vbl plant bereits, die Kampagne zu erweitern. Künftige Busse könnten Namen wie ‚Suez-Kanal-Blockade‚, ‚Finanzkrise 2008‚ oder ‚Zweiter Weltkrieg‚ tragen. Laut Gerüchten sollen auch die Fan-Busse für Fussballspiele umbenannt werden, und zwar nach Katastrophen in der Fussballgeschichte wie ‚Brasilien 1:7 Deutschland (2014)‚, ‚Hand Gottes‚ oder ‚Manchester United verkauft Cristiano Ronaldo‚.
Abschliessend bleibt zu sagen: Luzern hat es wieder geschafft, die Schweiz zu spalten – dieses Mal allerdings mit Stil. Ob „Awareness“ wirklich durch Katastrophen-Busse gesteigert wird, bleibt abzuwarten. Eins ist sicher: Niemand wird in Luzern so schnell vergessen, wo die Linie ‚Tschernobyl‚ anhält.
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