Solothurn – Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Der Kanton Solothurn hat beschlossen, Schottergärten zu verbieten. Ein Schock für alle Liebhaber dieser kargen Oasen aus Kies und Stein. Doch während die Naturfreunde jubeln, steht eine der bedrohtesten Spezies des Landes kurz vor der Ausrottung – der Schottergarten.
„Es ist eine Tragödie von ungeahntem Ausmass“, sagt der Sprecher der „Stiftung zum Erhalt trostloser Landschaften“ (SETL), Gerhard Steinig. „Schottergärten sind nicht nur Gärten, sie sind Kulturgut! Sie sind ein Sinnbild für Ordnung, für die Ästhetik der Leere. Wir können sie nicht einfach der wilden Natur überlassen.“
Die bedrohte Spezies „Schottergarten“
Es war ein langer, ruhiger Aufstieg für den Schottergarten, der sich über Jahre hinweg im Schweizer Siedlungsgebiet ausbreitete. Keine Blumen, keine Insekten, kein Leben. Eine perfekte Symbiose aus Stein und Tristesse. Doch nun steht der Schottergarten auf der roten Liste bedrohter Gartenformen.
„Wenn wir nichts tun, könnte der Schottergarten in wenigen Jahren komplett verschwunden sein“, warnt Steinig. „Die aggressive Expansion von Rasen, Blumenbeeten und – noch schlimmer – Bienen gefährdet das fragile Gleichgewicht dieser Steinlandschaften.“
Einige Aktivisten sind bereits in Alarmbereitschaft. So wurden in den letzten Wochen vermehrt Proteste in betroffenen Gemeinden beobachtet, bei denen engagierte Kies-Liebhaber mit Schaufeln und Mini-Baggern versuchten, ihre Gärten vor der drohenden „grünen Übernahme“ zu schützen. „Jede Pflanze ist ein Angriff auf unsere Lebensweise!“, rief eine erboste Anwohnerin, während sie mit letzter Kraft ein verirrtes Gänseblümchen aus dem Kiesbett riss.
Schottergärten als Refugium für seltene Arten
Doch es geht nicht nur um Ästhetik. Schottergärten bieten auch Lebensraum für eine Vielzahl von Lebewesen, die sonst keinen Platz in der bunten und blühenden Natur finden würden. „Wir haben in einem Schottergarten kürzlich eine extrem seltene Kolonie von Kunststoff-Figürchen entdeckt“, sagt der bekannte Gartenzoologe Dr. Kuno Geröll. „Dazu finden sich dort oft gut getarnte Autoreifen und ausrangierte Gartenzwerge, die in Blumentöpfen schlicht keinen Lebensraum mehr haben.“
Auch Steinig betont die Wichtigkeit dieser Habitate: „Es gibt weltweit nur noch sehr wenige Orte, an denen es so menschenleer und karg ist wie in einem Schottergarten. Man muss schon nach Nevada oder auf den Mars fliegen, um so etwas Ähnliches zu finden.“
Die Bewohner dieser Gärten, wie dekorative Ziersteine oder abgefallene Dachziegel, leben in einer zerbrechlichen Balance. „Ohne die richtige Pflege – also kein Wasser, keine Pflanzen – könnten diese Wesen aussterben“, warnt Geröll. „Stellen Sie sich eine Welt vor, in der es keinen rostigen Gartengrill mehr gibt, der einsam inmitten einer Kieswüste vor sich hin zerfällt. Das ist eine trostlose Zukunft, die wir uns nicht wünschen können.“
Naturschutzprojekte für Schottergärten?
Es wird bereits gefordert, dass Schottergärten unter besonderen Schutz gestellt werden. Die „SETL“ plant, einige der letzten Exemplare in einem Naturschutzprojekt zu erhalten. Ein Projekt, das allerdings von vielen kritisch gesehen wird.
„Das ist doch absurd!“, sagt die bekannte Naturschützerin Mary Jane. „Man sollte lieber die Bienen schützen als die Schottergärten. Diese Steinwüsten sind so tot, dass selbst das Moos daran vorbeigeht.“
Steinig bleibt jedoch optimistisch: „Es gibt noch Hoffnung! In speziellen Schutzreservaten könnten wir die letzten Schottergärten bewahren, so wie wir es auch mit seltenen Tierarten tun. Vielleicht könnte man sogar Führungen für Schulklassen anbieten, um die nächste Generation für die Schönheit des Nichts zu begeistern. Die Kinder müssen verstehen, dass es nicht nur um Vielfalt geht. Manchmal ist das Fehlen von allem genauso wichtig.“
Die Zukunft ist ungewiss
Die Debatte um die Schottergärten ist noch lange nicht beendet. Während sich die Natur zurückkämpft, stehen die Verteidiger des grauen Paradieses bereit, für ihre steinigen Ideale zu kämpfen. „Wir geben nicht auf“, verspricht Steinig. „Egal wie grün die Welt um uns wird, wir halten an unserem Kies fest.“
Ob die Schottergärten überleben, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Eines jedoch steht fest: Solothurns Gärten könnten bald so lebendig sein, dass man den beruhigenden Klang von knirschendem Kies schmerzlich vermisst.
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