Feuerwerks-Preise explodieren (pun intended): Wird Silvester dieses Jahr verschoben?

Der Jahreswechsel steht vor der Tür, doch in der Schweiz knallt es dieses Jahr möglicherweise nur im Parlament. Der Grund: Die Preise für Feuerwerkskörper sind regelrecht in die Höhe geschossen (pun intended). Ein Familienfeuerwerk kostet mittlerweile mehr als ein Fondue-Abend mit Gruyère aus dem Direktimport.

«Das ist unhaltbar», beklagt sich Urs K., stolzer Eigenheimbesitzer aus dem Luzerner Hinterland. «Ich habe meinen Kindern versprochen, dass wir dieses Jahr den grössten Knall im Quartier machen – aber jetzt müsste ich dafür den Ferienfonds anzapfen!» Auch die Detailhändler sind ratlos: Feuerwerks-Verkaufsstellen berichten von Kunden, die angesichts der Preise vor Schreck die Raketen fallen lassen.

Urs K. ist als Direktbetroffener enttäuscht – hier vor seinem Haus in Ohmstal

Politischer Knatsch um die Böllerfrage

Die Schweiz wäre aber nicht die Schweiz, wenn dieses Thema nicht schon längst auf politischer Ebene diskutiert würde. Die Grünen fordern ein Feuerwerksmoratorium bis 2050 – zugunsten der Wildtiere, die laut einer Studie der ETH Zürich durch Böller durchschnittlich 7,3 Herzschläge pro Minute verlieren. Die SVP hingegen verlangt eine Knallpflicht für alle, die im letzten Jahr nicht genug Steuern gezahlt haben: «Es soll wenigstens in der Luft was explodieren, wenn schon die Wirtschaft so lahmt.»

Einige Kantone überlegen jetzt tatsächlich, Silvester auf Mitte Januar zu verschieben – «damit die Leute genügend Zeit haben, günstigere Angebote in Deutschland oder Frankreich zu finden», wie ein Sprecher des Zürcher Regierungsrats erklärte. Eine Volksabstimmung zur Terminfrage ist nicht ausgeschlossen.

Feuerwerk 2.0: Schweizer Innovation

Währenddessen werden in der Bevölkerung kreative Lösungen gesucht. Ein Start-up aus Bern bietet Feuerwerk-Abos an: Man zahlt monatlich einen kleinen Beitrag und erhält dafür Zugang zu einer Feuerwerk-Show im Livestream – direkt aus einer Drohne. «Das ist umweltfreundlich und typisch schweizerisch effizient», erklärt die Gründerin.

Die Stadt Genf geht sogar noch weiter und plant, am 31. Dezember einfach eine Lasershow über dem Lac Léman zu projizieren. «Ein bisschen wie beim CERN, nur bunter», verspricht die Stadtverwaltung.

Wohin geht die Reise?

Ob Silvester nun verschoben wird oder nicht, bleibt abzuwarten. Sicher ist aber, dass der Rütli-Geist auch bei knallfreien Feiern erhalten bleibt: Am Ende bleibt die Schweiz leise, neutral – und räumt ihren Müll selbst weg.

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